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Schokoriegel Produktion mit Solarthermie in Dubai

Die TiSUN GmbH aus Österreich meldet, einen Großauftrag für eine Solarthermieanlage in Dubai erhalten zu haben. Ein international tätiger Hersteller von Süßwaren wird künftig die solare Prozesswärme für seine Produktionsstätte in Dubai nahezu vollständig mit 200 Solarkollektoren erzeugen. Rund 80 Prozent des erforderlichen Warmwassers sollen von der Solarthermieanlage erzeugt werden, was einer jährlichen Energieeinsparung von etwa 600.000 Kilowattstunden entspricht.

Ein typisches Projekt

Österreich ist ebenso wie Deutschland ein teurer Produktionsstandort und kann im internationalen Wettbewerb nicht durch Billigpreise punkten. Ähnlich wie im Bereich Photovoltaik kommen teure europäische Anbieter bei Solarthermie Projekten vorzugsweise dann zum Zuge, wenn anspruchsvolle Komplettlösungen gefragt sind. Um einen Deckungsanteil von 80 Prozent beim Warmwasser zu erreichen, müssen ausreichende Speicherkapazitäten vorhanden sein, um Zeiten ohne direkte Sonneneinstrahlung überbrücken zu können. Das erfordert angesichts der hier erforderlichen Wassermengen den Einsatz hochwertiger Schichtspeicher, wodurch die Zahl der weltweiten Anbieter deutlich reduziert wird. Typisch an diesem Projekt ist ebenfalls, dass ihm nicht primär ökologische Erwägungen zugrunde liegen, sondern betriebswirtschaftliche. Die Sonneneinstrahlung in der Golfregion ist extrem hoch, wodurch die Amortisationszeit für Investitionen in die Solartechnologie deutlich verkürzt wird.

Umdenken im nahen Osten

Die ölreichen Staaten des nahen Ostens gehörten lange zu den weltweiten Bremsern der Solarenergie, allen voran Saudi-Arabien. Das hat sich geändert, mittlerweile gelten der nahe Osten und Nordafrika als wichtige Zukunftsmärkte der Solarbranche. Für 2015 wird in dieser Region mit einem Marktvolumen von etwa 3,5 Gigawatt gerechnet, das in den Folgejahren weiterhin rasch anwachsen wird. Neben den guten klimatischen Voraussetzungen trug zu diesem Sinneswandel auch die Einsicht bei, Vorsorge für die Nach-Öl-Ära treffen zu müssen. Die größten Zukunftsmärkte der Region sind Saudi-Arabien und – wenn man sie denn der Region zurechnen will – die Türkei. Auch Länder wie Ägypten bieten große Zukunftschancen für die Solarbranche. Zählte Ägypten vor 20 Jahren noch zu den Öl- und Gasexporteuren, kann es heute kaum noch den eigenen Bedarf decken. Rund ein Viertel des Staatshaushalts fließt inzwischen in Energiesubventionen, um die Energiekosten von Unternehmen und Privathaushalten in erträglichen Grenzen zu halten. Auch der Begriff der Nachhaltigkeit gewinnt in der gesamten Region zunehmend an Bedeutung, die Knappheit endlicher Ressourcen wird in den boomenden Wirtschaften deutlich spürbar. Das betrifft längst nicht mehr nur das Wasser, sondern auch Energie, Rohstoffe und sogar – Sand! Dass ausgerechnet die Bauwirtschaft im Wüstenstaat Vereinigte Arabische Emirate aufgrund einer Sandknappheit in ernste Schwierigkeiten geraten ist, wurde wohl als deutliches Zeichen verstanden, Ressourcen intelligenter zu nutzen. Wüstensand ist für die Betonherstellung ungeeignet und die geeigneten Sandvorkommen fielen dem Bauboom der letzten Jahre zum Opfer.

Bildquellen: TiSUN GmbH

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