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Solar Keymark: Solarkollektoren richtig vergleichen

Der Vergleich von Sonnenkollektoren gestaltete sich für den Verbraucher bisher nicht einfach. Das für Solarthermie Produkte gängige Prüfsiegel "Solar Keymark" stellt zwar sicher, dass es sich um eine sichere Anlage handelt, lieferte aber bisher kaum Informationen, um unterschiedliche Modelle miteinander vergleichen zu können. Wenngleich der Anspruch eigentlich von Anfang an ein anderer war. Mittlerweile hat sich bei Solar Keymark jedoch einiges getan.

Solar Keymark als Qualitätssiegel

Der Anspruch, dem Endkunden hilfreiche Informationen für seine Kaufentscheidung an die Hand zu geben, bestand von Anfang an. Anders als beispielsweise beim CE-Kennzeichen, das lediglich die Einhaltung gesetzlicher Sicherheitsstandards bescheinigt, waren umfangreiche Datenblätter schon immer Bestandteil des Solar Keymark Prüfsiegels. Hier allerdings zeigten sich die Schwächen und die Stärken einer europaweit einheitlichen Zertifizierung zugleich. Der wesentliche Vorteil besteht darin, dass die Testkriterien einheitlich sind und damit Produkte aus unterschiedlichen Ländern vergleichbar werden. Dem steht als Nachteil gegenüber, dass diese einheitlichen Testkriterien auf regionale Gegebenheiten keine Rücksicht nehmen können. So waren beispielsweise die Ergebnisse einer Leistungssimulation bei einer Einstrahlung von 1.000 Watt pro Quadratmeter für jeden Solarkollektor angegeben, was hierzulande allerdings wenig über den tatsächlichen Wärmeertrag aussagt, da dieser Wert in Deutschland nur an wenigen Sommertagen erreicht wird. Experten konnten diesen Daten einige wertvolle Informationen entnehmen, für technische Laien waren sie mehr oder weniger nutzlos.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Seit Neuestem ist dem Zertifikat ein weiteres Datenblatt beigefügt, das den Bruttowärmeertrag unter realistischen klimatischen Bedingungen angibt. Dabei ist nicht nur die Sonneneinstrahlung von Bedeutung, sondern auch die durchschnittliche Außentemperatur. Angegeben werden die Resultate für vier typische europäische Standorte, nämlich Stockholm, Würzburg, Davos und Athen. Für jeden dieser Standorte wird der Wärmeertrag für unterschiedliche Ausrichtungen und Neigungswinkel des Dachs angegeben. Dabei werden drei unterschiedliche Szenarien berechnet, in denen eine konstante Wärmeentnahme bei 25, 50 oder 75 Grad erfolgt. Auch hier mussten im Sinne der Vereinheitlichung und der Vergleichbarkeit Zugeständnisse gemacht werden. Da Vergleichsmessungen aller Fabrikate unter exakt gleichen äußeren Bedingungen nicht möglich sind, handelt es sich um errechnete Werte. Aufgrund der nicht ganz realistischen Annahmen einer konstanten Sonneneinstrahlung und einer konstanten Wärmeentnahme, werden auch hier in der Praxis Abweichungen auftreten. Aber einen Fortschritt auf dem Weg zu einer besseren Vergleichbarkeit für den Verbraucher stellen diese Daten in jedem Fall dar. Da dieses Feature noch sehr neu ist, stellen bislang nur wenige Hersteller diese Daten zur Verfügung. Einer der Vorreiter ist die in Deutschland ansässige Ritter Gruppe. Wer es ganz genau wissen möchte, kann die Berechnung mit dem Tool für die exakten lokalen Gegebenheiten selbst durchführen.

Bildquelle: estif.org

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