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ISH 2013: Miele und Solvis präsentieren Solar-Wäschetrockner

Auf der ISH in Frankfurt werden Solvis und Miele ihren gemeinsam entwickelten Solar-Wäschetrockner vorstellen. Die Messe, die in diesem Jahr vom 12. bis zum 16. März stattfinden wird, gilt als eine der weltweit wichtigsten Messen zu den Themen Klimatechnik und erneuerbare Energien.

Hohe Stromeinsparungen möglich

Der „SolvisMax Solartrockner“ nutzt die Wärme einer Solarthermieanlage direkt zum Trocknen der Wäsche, also ohne eine zwischenzeitliche Umwandlung in Strom. Damit verbraucht der Trockner nach Herstellerangaben rund 65 Prozent weniger Strom als ein Trockner der höchsten Effizienzklasse A+++. Das Einsparpotenzial ist groß, da Wäschetrockner einen außerordentlich hohen Strombedarf aufweisen. Pro Trockenvorgang werden typischerweise etwa vier Kilowattstunden benötigt. Ob sich die Investition rechnet, kann derzeit noch nicht beurteilt werden, da der Preis des SolvisMax noch nicht veröffentlicht wurde. Zeit wird es allerdings, da das Gerät bereits im Mai in den Handel kommen soll.

Eine Solarthermieanlage mit Schichtspeicher ist erforderlich

Wäsche zu trocknen funktioniert im Prinzip sehr einfach. Zunächst wird die Luft um die Wäsche über einen Wärmetauscher erhitzt und nimmt das Wasser aus der Wäsche auf. Anschließend wird der Luft die Feuchtigkeit durch Kondensation wieder entzogen. Für diesen Kondensationsprozess muss die Luft mit einer gekühlten Fläche in Verbindung gebracht werden. Umgesetzt wird dies im Solartrockner auf denkbar einfach Weise. Zum Erhitzen wird Wasser genutzt, das dem Schichtspeicher der Solarthermieanlage oben entnommen wird. Zum anschließenden Kühlen wird das Wasser unten aus dem Schichtspeicher entnommen. Grundsätzlich sollte dieses Verfahren mit jedem Schichtspeicher umzusetzen sein, wenngleich Solvis selbstverständlich nur eigene Speicher einsetzt. Speicher und Trockner bilden einen geschlossenen Kreislauf, das Wasser wird nach der Verwendung im Trockner wieder in den Speicher zurückgeführt. Im Sommer kann die Nutzung der Solarwärme durch dieses System deutlich gesteigert werden. In anderen Jahreszeiten kommt jedoch ein leistungsstarker Verbraucher hinzu, der bei der Auslegung der Kollektorfläche berücksichtigt werden sollte.

Neu und doch nicht neu

Die Aussage, mit dem Solartrockner sei es erstmals möglich, Solarwärme direkt zum Trocknen von Wäsche zu nutzen, stimmt nur teilweise. Im privaten Haushalt ist das Verfahren in der Tat neu. Aber letztlich handelt es sich lediglich um eine Anwendung der Prozesswärmeerzeugung mittels der Solarthermie im Haushalt, die bislang nur in Gewerbebetrieben zum Einsatz kommt. Dort allerdings sind Trocknungsprozesse – nicht nur, aber auch für Textilien – bereits heute eine der wichtigsten Anwendungen. Der Grund liegt in der relativen Einfachheit dieses Prozesses. Die erforderlichen Temperaturen von etwa 60 bis 80 Grad lassen sich mit preiswerten Standardkollektoren erzeugen.

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