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Solarthermie-Forschung: Gipfeltreffen zu den Zukunftsaussichten der Solarthermie in Deutschland

Am 30. und 31. Januar trafen sich in Berlin Experten aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Vertreter der Politik, um die Zukunftsaussichten der Solarthermie in Deutschland zu diskutieren. Dabei wurden in 50 Kurzvorträgen auch die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet vorgestellt.

Deutschland hinkt hinterher

Bei der Nutzung der Solarwärme spielt Deutschland alles andere als eine Vorreiterrolle. Der deutsche Photovoltaik Markt ist einer der größten der Welt, aber die Solarthermie Branche blickt neidisch auf die Nachbarn Dänemark und Österreich, weil die Solarwärme dort deutlich weiter verbreitet ist. Ziel der Berliner Konferenz war es auch, die Hemmnisse für die Solarthermie in Deutschland zu identifizieren und möglichst zu beseitigen. Eines dieser Hemmnisse ist in der unterschiedlichen Förderung der Solarthermie und der Photovoltaik schnell ausgemacht. Eine wichtige Rolle spielt auch, dass Strom deutlich teurer als Wärme ist und sich Investitionen in die Photovoltaik auch deswegen schneller amortisieren. Die Photovoltaik ist dank der Förderung auch jenseits aller ökologischen Erwägungen als Geldanlage interessant. Besitzer einer Solarthermie Anlage müssen hingegen mit sehr spitzer Feder rechnen, um überhaupt auf mehr als eine schwarze Null zu kommen. Der ökologische Nutzen der Solarthermie ist deutlich größer, aber dieses Argument überzeugt nicht jeden. Und nicht zuletzt spielt die Solarthermie in den öffentlichen Diskussionen kaum eine Rolle. In der medialen Berichterstattung schrumpft die Energiewende meist zur Stromwende.

Prozesswärme im Fokus

Einen Schwerpunkt der Tagung bildete die Nutzung der Solarthermie zur Erzeugung industrieller Prozesswärme. Diese Schwerpunktsetzung ist naheliegend, weil die Entwicklung entsprechender Systemlösungen noch einiges Verbesserungspotenzial bietet. Wenn die Solarthermie überhaupt Raum bietet, die Vorteile des High-Tech-Standortes Deutschland zur Geltung zu bringen, dann ist dies das geeignete Gebiet. Denn letztlich bedeutet Solarthermie nichts anderes, als mit Sonnenstrahlung einen Behälter voller Wasser zu erwärmen. In Indien tut man das beispielsweise in Schulküchen, indem man das Sonnenlicht direkt mit Spiegeln auf die Kochstelle lenkt. Das kostet nahezu nichts und erfordert Physikkenntnisse auf Schulniveau – und es funktioniert! Um es in den leicht abgewandelten Worten der Bundeskanzlerin zu sagen: Es ist für deutsche Unternehmen nicht einfach, hier um so viel besser zu sein, wie sie teurer sind.

Lichtblick bei neuen Wohngebäuden

Erfreulich für die Branche ist, dass sich die Solarthermie beim Neubau von Wohngebäuden allmählich zum Standard entwickelt. Immerhin rund 20 Prozent der Neubauten nutzen die Solarthermie mittlerweile. Die Modernisierung des alten Gebäudebestands verläuft dagegen nur sehr langsam. Gerade hier liegen große Potenziale brach, um die Klimaziele zu erreichen. Immerhin rund ein Drittel der CO2-Emissionen werden von Gebäuden verursacht. Auch dies ist kein technisches Problem, sondern ein Kostenproblem. Es stehen ausgereifte Produkte zur Verfügung, die sich mit nahezu jeder Heizung kombinieren lassen.

 

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