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SMEThermal 2013: Zukunft der Solarthermie

Am 29. Januar trafen sich 150 Wissenschaftler und Teilnehmer aus der Wirtschaft in Berlin, um auf der SMEThermal 2013 über die Zukunft der Solarthermie zu diskutieren. Neben technischen Innovationen wurden auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen diskutiert.

Hightech-Lösungen oder Billigprodukte?

Wie sollen die Solarkollektoren der Zukunft aussehen? An dieser Fragestellung wurde auf der Konferenz deutlich, dass die Unternehmen zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze verfolgen. Das finnische Unternehmen Savo-Solar setzt auf Effizienzsteigerungen durch hochwertige Produkte und stellte Kollektoren auf Basis stranggepresster Aluminiumprofile vor, mit denen die Effizienz um rund zehn Prozent gesteigert werden kann. Der israelische Hersteller Magen eco-Energy verfolgt eine gänzlich andere Strategie. Die meist ärmeren Länder in Äquatornähe sollen über preiswerte Kollektoren aus Kunststoff Zugang zur Solarenergie erhalten. Die Produktionskosten pro Quadratmeter können mit solchen Kunststoffkollektoren in etwa halbiert werden. Dass diese die Sonne nicht so effektiv nutzen wie die finnischen Hightech-Produkte, scheint angesichts der hohen Sonneneinstrahlung in den Zielmärkten verschmerzbar zu sein. Letztlich ist dies nur ein weiteres Beispiel für ein ökonomisches Grundproblem der Solarbranche. Forschungsaufwendungen zur Steigerung des Wirkungsgrads können nur schwer auf die Preise umgelegt werden, weil der „Rohstoff“ Sonne kostenlos und unbegrenzt genutzt werden kann.

Produktionsprozesse optimieren

Die Hersteller von Solarthermieanlagen konnten in den vergangenen Jahren die Produktionskosten längst nicht so deutlich senken wie die Photovoltaikbranche. Hier besteht Nachholbedarf, weswegen auf der SMEThermal auch die Automatisierung der Produktion im Fokus stand. Spektakulär geht es dabei nicht zu, hier ist eher mühsame technische Kleinarbeit gefragt. Vorgestellt wurden beispielsweise Verfahren, um die Glasabdeckung der Solarkollektoren schneller und präziser zu montieren oder um Wärmespeicher schneller zu verschweißen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Teilnehmer der Konferenz beschäftigten sich intensiv mit der Frage, wie die Märkte und die Technologie im Jahr 2020 aussehen werden. Ein für die europäischen Anbieter aussichtsreiches Marktsegment könnten die solarthermischen Großkraftwerke sein. Mehrere Länder in Nordafrika und in Asien schreiben bereits solche Projekte aus, nicht selten kommen dabei auch europäische Anbieter zum Zuge. Schwieriger wird sich der Markt vermutlich bei der dezentralen Wärmeerzeugung mittels kleinerer Solarthermie Anlagen entwickeln. Zahlreiche Länder sind auch an dieser Technologie interessiert, allen voran der riesige Markt Indien. Aber es zeichnet sich ab, dass sie primär auf eine Produktion im eigenen Land setzen wollen. Die Photovoltaik mag hier als mahnendes Beispiel dienen. Wenngleich die Produktion ungleich komplizierter ist, können einfache Standardanlagen schon heute in Hochlohnländern nicht mehr wirtschaftlich produziert werden.

 

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