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Solarthermie Zubau gerät ins Stocken

Die Solarthermie wird von der europäischen Wirtschaftskrise hart getroffen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Staaten bleibt der Zubau hinter den Erwartungen zurück. Im Jahr 2008 wurde der bisherige Rekordzubau in der EU verzeichnet, insgesamt 4,6 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche wurden neu installiert. Im Jahr 2012 waren es nur noch 3,4 Millionen Quadratmeter. Ein noch stärkerer Einbruch zeichnet sich gegenwärtig bei den solarthermischen Großkraftwerken ab. Besonders geeignete Standorte befinden sich in Spanien, rund 95 Prozent der europäischen solarthermischen Kraftwerkskapazität sind dort installiert. Spanien hat im Jahr 2013 die Förderung der erneuerbaren Energien aus Haushaltsgründen ausgesetzt, der Zubau neuer Anlagen wurde damit quasi über Nacht vollkommen gestoppt.

Auch Deutschland hinkt der Planung hinterher

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland knapp 1,2 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche installiert. Dieser Zubau müsste deutlich gesteigert werden, um die von der Bundesregierung formulierten Zielvorgaben zu erreichen. Diese sehen vor, bis 2030 acht Prozent des privaten Wärmebedarfs und zehn Prozent des industriellen Wärmebedarfs mit Solarthermieanlagen abzudecken. Gegenwärtig sieht es jedoch eher danach aus, als könnte nicht einmal das Zubautempo des Jahres 2012 gehalten werden. Insbesondere im nächsten Jahr droht eine weitere Kürzung der Förderung. Fördermittel werden über den Energie- und Klimafonds bereitgestellt, der seinerseits aus Einnahmen aus dem Zertifikatshandel gespeist wird. Diese brechen aufgrund des massiven Überangebots an Emissionszertifikaten immer weiter ein. Ein Versuch der EU-Kommission, die Preise dadurch zu stabilisieren, dass Zertifikate vom Markt genommen werden, ist kürzlich am Einspruch des Europäischen Parlaments gescheitert.

BSW-Solar fordert Umstellung der Finanzierung

Der Bundesverband der Solarwirtschaft fordert, die Förderung der Solarthermie von den Einnahmen aus dem Emissionshandel zu entkoppeln. Zu diesem Zweck soll eine Sonderabgabe eingeführt werden, die von Importeuren fossiler Energieträger zu entrichten ist. Begründet wird dieser Vorstoß damit, dass die steigenden Heizkosten private Haushalte stärker belasten als der Anstieg der Strompreise. Dennoch spielt der Anstieg der Heizkosten in den Medien und in der Politik kaum eine Rolle, dort dominiert das Thema Strompreise eindeutig. Das mag stimmen, aber wie eine Sonderabgabe auf Gas und Öl die Heizkosten für Mieter senken soll, bleibt ein Geheimnis des BSW-Solar. An dieser Stelle haben die Funktionäre anscheinend wenig aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Erneut wird vorgeschlagen, eine Förderung der Hausbesitzer über eine allgemeine Abgabe zu finanzieren, die insbesondere Geringverdiener, Arbeitslose und Bezieher kleiner Renten treffen würde.

 

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