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Solarthermie: Deutlich verbesserte Erwartungen

Die Hersteller von Solarthermieanlagen blicken deutlich optimistischer in die Zukunft als noch im ersten Quartal 2015. So lautet zumindest das Ergebnis einer Befragung, die der Bundesverband Solarwirtschaft regelmäßig unter ausgewählten Unternehmen der Branche durchführt. Analog zum bekannten IWF Geschäftsklimaindex werden die Unternehmen auch hier nach ihren Erwartungen für die nähere Zukunft befragt, um einen branchenspezifischen Geschäftsklimaindex zu ermitteln. Im zweiten Quartal war die Zahl der Unternehmen mit einem positiven Ausblick um 40 Prozent höher als im ersten.

Eine gute Nachricht, aber…

Grundsätzlich sind die positiven Zukunftsaussichten für die Solarwärme nicht nur für die Branche eine gute Nachricht, sondern auch für Befürworter der Energiewende. Während Kontroversen über die Photovoltaik, über Windparks und über neue Stromtrassen die öffentliche Diskussion bestimmen, wird oft übersehen, dass der größte Teil der Primärenergie in Deutschland zur Wärmegewinnung eingesetzt wird. Hier entscheidet sich, ob die Klimaziele letztlich erreicht werden können. Der Solarthermie fällt dabei eine entscheidende Rolle zu. Nachdenklich stimmt allerdings, dass die Unternehmen als wichtigsten Grund für ihren Optimismus die seit April deutlich erhöhte staatliche Förderung nennen. Das ursprüngliche Ziel der Förderprogramme, eine Anschubfinanzierung für regenerative Energie bereitzustellen bis diese am Markt konkurrenzfähig sind, ist also längst noch nicht erreicht. Noch immer hängt der Erfolg der Solarthermie direkt von der Höhe der Subventionen ab.

Höhere Fördersätze, mehr förderfähige Maßnahmen

Mit Blick auf die im April in Kraft getretenen Verbesserungen der Förderung ist der Optimismus der Branche verständlich. Bislang wurden ausschließlich Anlagen mit Heizungsunterstützung gefördert. Diese stehen auch weiterhin im Zentrum der Förderung, die Förderbeträge wurden nochmals deutlich erhöht. Abhängig von der konkreten Konfiguration der Anlage beträgt die Steigerung der Förderung bis zu 100 Prozent. Erstmals werden nun jedoch auch Anlagen gefördert, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Neu ist ebenfalls, dass auch die Modernisierung älterer Anlagen staatlich gefördert werden kann. Hoffnungen setzt die Branche auch auf ein ebenfalls neu eingeführtes Förderinstrument, das eine ertragsabhängige Förderung vorsieht und somit an die von der Photovoltaik bekannte Einspeisevergütung erinnert. Im Marktsegment der industriellen Erzeugung von Prozesswärme könnten dadurch die Marktchancen für hochwertige Kollektoren und sonstige Komponenten steigen.

Energielabel als Marketinginstrument

Ob sich die Hoffnungen der Branche auf die Werbewirksamkeit des von der EU neu eingeführten Energielabels für Heizungen erfüllen werden, bleibt indes abzuwarten. Solarthermieanlagen werden in die Effizienzklasse A++ eingeordnet, nur Wärmepumpen werden noch besser bewertet. Sehr aussagekräftig ist diese Einordnung allerdings nicht. Die Klassen A+, A++ und A+++ sagen lediglich aus, dass regenerative Energien genutzt werden. Eine derart pauschale Einordnung erlaubt keinen Vergleich zwischen den Produkten verschiedener Hersteller, der Informationsgehalt ist also sehr begrenzt.

 

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