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Kollektorabsatzstatistik: Der Solarthermie-Markt wächst

Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) mitteilt, stieg der Verkauf von Solarthermieanlagen im vergangenen Winter deutlich an. Im Zeitraum November 2015 bis März 2016 wurden rund sieben Prozent mehr Solarkollektoren verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf den ersten Blick erweckt diese Mitteilung den Eindruck, als habe man es beim BSW irgendwie gerade noch geschafft, in den eher unerfreulichen Absatzstatistiken wenigstens irgendetwas Positives zu entdecken. Denn insgesamt war der Absatz im vergangen Jahr stark rückläufig, gegenüber 2014 betrug das Minus etwa zehn Prozent. Außerdem vergleicht der BSW ausgerechnet die besonders umsatzschwachen Wintermonate miteinander, die wenig zur Gesamtstatistik beitragen, weil Heizungen üblicherweise außerhalb der Heizperiode modernisiert werden. Auf den zweiten Blick spricht aber vieles dafür, dass diese Zahlen tatsächlich den Beginn eines Aufwärtstrends darstellen.

Verbesserte Förderung

Wie so oft scheint die Entwicklung eines Marktsegments der erneuerbaren Energien unmittelbar den Änderungen der staatlichen Förderung zu folgen. Tatsächlich profitiert die Solarthermie hier von mehreren Verbesserungen. Die Fördersätze der bisherigen Förderung über das Marktanreizprogramm wurden erhöht. Entscheidend dürfte aber sein, dass auch Anlagen in die Förderung einbezogen wurden, die zuvor nicht gefördert wurden. Das betrifft zunächst kleine Solarthermieanlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen. Diese werden jetzt mit mindestens 500 Euro gefördert. Darüber hinaus ist über die Innovationsförderung auch eine Förderung im Neubausegment ermöglicht worden. Die Anforderungen dafür sind durchaus erfüllbar. Ein Ein- oder Zweifamilienhaus muss dazu einen solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent aufweisen sowie eine gute Wärmedämmung. Auch die Verschärfung der Energieeinsparverordnung zum Jahresbeginn 2016 wirkt sich positiv für die Branche aus. Mit einer ausschließlich fossilen Heizung sind diese Anforderungen selbst mit moderner Brennwerttechnik schwer zu erfüllen.

Ertragsabhängige Förderung für gewerbliche Anlagen

Auffällig ist, dass die Innovationsförderung der Solarthermie mit Innovationen wenig zu tun hat. Stattdessen geht es eher darum, mittels Wärmedämmung und anderer Maßnahmen die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes zu verbessern. Um dennoch auch technische Innovationen bei der Solarthermie selbst anzuregen, wurde für größere gewerbliche Anlagen erstmals eine ertragsabhängige Förderung geschaffen, die ein wenig an die Einspeisevergütung für Solarstrom erinnert. Diese sorgt dafür, dass ein höherer Wirkungsgrad sich unmittelbar auf die Höhe der Förderung auswirkt. Im Bereich privater Anlagen stehen derzeit andere Innovationen im Vordergrund. Hier geht es um Rücklaufsysteme, die eine Überhitzung der Anlage im Sommer verhindern, die bei herkömmlichen Anlagen die Solarflüssigkeit verdampfen lässt. Dieses Problem tritt immer dann auf, wenn mehr Wärme erzeugt als verbraucht wird. Auch gewerblichen Kunden macht dieses Problem zu schaffen, wenn der Wärmebedarf stark schwankt. Solarthermieanlagen ohne Rücklaufsystem können nicht für hohe Lasten ausgelegt werden, weil das Problem der Überproduktion von Wärme dann zu oft auftritt.

 

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