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BSW-Solar Studie: Solarthermie-Ausbau muss beschleunigt werden

In einer aktuellen Studie plädiert der BSW-Solar für einen forcierten Ausbau der Solarthermie. Gegenwärtig spielt der gesamte Bereich der Wärmeerzeugung in der öffentlichen Diskussion eine untergeordnete Rolle, die Diskussion über die Energiewende konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die Stromerzeugung und die Stromnetze. Dabei werden rund 60 Prozent der in Deutschland gewonnenen Energie zur Erzeugung von Wärme verwendet, wenn der zu Heizzwecken genutzte Strom mitgerechnet wird.

Dennoch stagniert die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Wärmesektor. Während Wind- und Solarstrom jährlich neue Rekorde vermelden, bleibt der Anteil regenerativer Energien im Wärmesektor mit rund zehn Prozent seit einigen Jahren konstant. Dieser Anteil muss gesteigert werden, wenn die Abhängigkeit Deutschlands von externen Energielieferungen langfristig reduziert werden soll. Man muss dem BSW-Solar fast dankbar sein, hier nicht der allgemeinen Hysterie verfallen zu sein: In der Pressemeldung auf die derzeit unschlagbare Keywordkombination aus „Gas“ und „Putin“ zu verzichten, ist ihnen sicher nicht leicht gefallen, zumal sie sich thematisch förmlich aufgedrängt hätte.

BSW-Solar fordert den Austausch alter Heizungen

Primärer Adressat der Pressemeldung des BSW-Solar sind Hausbesitzer, deren Heizungen mindestens 15 Jahre alt sind. Durch die Kombination einer Solarthermieanlage mit einer modernen Heizung sind in diesen Fällen deutliche Einsparungen möglich. Der Austausch der alten Anlage wird dabei über zahlreiche staatliche Programme gefördert. Der BSW-Solar weist erneut auf seine Beratungsangebote hin, die in diesem Fall wirklich dringend zu empfehlen sind. Die Förderung der Solarthermie ist deutlich komplizierter ausgestaltet als beispielsweise die Förderung von Photovoltaikanlagen. Welche der zahlreichen Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden können, hängt von zahlreichen Details ab. Während die Nachrüstung des Gebäudebestands aus Sicht der Solarbranche zu langsam verläuft, gibt es im Neubaubereich kaum Grund zu Klage. Immerhin 42 Prozent der Neubauten wurden im letzten Jahr mit einer Solarheizung geplant.

Gute Aussichten im Bereich der Großanlagen

Bis zum Jahr 2020 soll nach den Vorstellungen des BSW-Solar die jährlich in Deutschland installierte Kollektorfläche auf vier Millionen Quadratmeter vervierfacht werden. Neben den Neubauten können dazu zwei Effekte maßgeblich beitragen. Erstens sind Biomassenkraftwerke bei der jüngsten Novelle des EEG nicht gerade gut weggekommen. Daher könnte der Anteil der Wärmeerzeugung durch KWK-Biomassenkraftwerke sinken und durch solarthermische Großanlagen ersetzt werden. Zweitens könnten solarthermische Kraftwerke auch im Bereich der Stromerzeugung wieder an Bedeutung gewinnen. BASF und Novatec Solar haben in Spanien ein solarthermisches Kraftwerk in Betrieb genommen, das Flüssigsalz als Wärmeträger nutzt. Im Vergleich zu Thermoölen erlaubt dies deutlich höhere Betriebstemperaturen, wodurch der Wirkungsgrad signifikant gesteigert wird. Außerdem kann die Wärme in Flüssigsalztanks verlustarm gespeichert werden, bevor die Umwandlung in Strom erfolgt. Dies ist deutlich einfacher und billiger, als den Strom selbst zu speichern.

 

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