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112.000 neue Solarthermie-Anlagen

Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 112.000 Solarthermie-Anlagen installiert. Damit wuchs die Gesamtzahl der Anlagen auf über zwei Millionen. Die neu installierte Kollektorfläche betrug 900.000 Quadratmeter, womit die Gesamtfläche auf 18.4 Millionen Quadratmeter anwuchs.

Energetische Gebäudesanierung verläuft langsam

Der Rückgang der Ölpreise im vergangenen Jahr blieb nicht ohne Folgen. Die Modernisierung alter Heizungsanlagen geriet in Stocken, obwohl gerade hier ein hoher Modernisierungsbedarf besteht. Nach Angaben des BSW-Solar sind rund zwei Drittel der in Deutschland installierten Heizungen technisch veraltet. Insbesondere die alten Ölheizungen bieten ein sehr hohes Einsparpotenzial. Niedrige Ölpreise und die Hoffnung auf ein weiteres Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung sorgen jedoch dafür, dass viele Hausbesitzer die anstehende Erneuerung der Heizungsanlage noch hinausschieben. Derzeit wird die Solarthermie nur in zehn Prozent der Wohnhäuser eingesetzt.

Neubauten und Prozesswärme dominieren

Im Neubausegment verläuft die Entwicklung erfreulicher, weil hier strengere gesetzliche Anforderungen an die Energieeffizienz gestellt werden. Wirkung zeigt auch die seit 2012 verbesserte staatliche Förderung der Erzeugung von Prozesswärme mittels solarthermischer Anlagen. Diese werden mit bis zu 50 Prozent der Investitionskosten bezuschusst. Rund ein Drittel der industriellen Prozesswärme wird bei niedrigen Temperaturen von weniger als 100 Grad benötigt. Diese lassen sich mit Solarthermie-Anlagen recht einfach erzeugen. In den Jahren 2008 bis 2012 war dennoch kaum ein Zubau zu verzeichnen, die jährlich mittels der Solarthermie erzeugte Prozesswärme stagnierte bei sechs Terawattstunden. Im Jahr 2013 stieg dieser Wert um knapp 17 Prozent auf sieben Terawattstunden, auch für 2014 melden die Betriebe der Solarbranche eine erhöhte Nachfrage im gewerblichen Bereich.

Kein Preisverfall bei Solarkollektoren

Anders als bei der Photovoltaik ist es bei den Solarkollektoren nie zu einem dramatischen Preisverfall gekommen. Seit rund zehn Jahren sind nur relativ geringe Schwankungen der Preise pro Quadratmeter zu beobachten. Das liegt zum Teil sicherlich daran, dass der Konkurrenzdruck auch China und anderen asiatischen Staaten deutlich geringer ist. Es liegt aber auch daran, dass die Einsparpotenziale im Herstellungsprozess geringer sind. Die sinkenden Ölpreise werden also nicht durch sinkende Investitionskosten kompensiert, die Rentabilitätsberechnung für eine Solarthermie-Anlage fällt daher heute tatsächlich schlechter aus als vor einem Jahr. Hinzu kommt, dass die Förderung der Solarthermie nie mit der Einspeisevergütung für Solarstrom konkurrieren konnte. Selbst zu Zeiten höherer Ölpreise konnten private Hausbesitzer auf kaum mehr als die „schwarze Null“ hoffen, wenn sie ihre Heizung modernisierten und mit einer Solarthermieanlage koppelten. Kurzum: Solarthermie-Anlagen waren nie Renditeobjekte. Im Neubausegment wird die Nachfrage daher durch gesetzliche Vorgaben aufrecht erhalten, im gewerblichen Bereich durch eine verbesserte Förderung. Bei der energetischen Sanierung von Altbauten geschieht derzeit nichts von beidem.

 

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