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Förderung in Österreich: Solarthermie leidet unter Photovoltaik

In Österreich bricht gegenwärtig die Nachfrage nach Solarthermie Anlagen deutlich ein. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der höheren Förderung der Photovoltaik. Eine in Deutschland nicht ganz unbekannte Situation, auch hier beklagen die Hersteller der Kollektoren, die Photovoltaik nehme ihnen den Platz auf den Dächern weg. Österreichische Hersteller haben nun zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich zu verkraften.

Keine einheitlichen Förderbedingungen

Auch in Österreich gelten für die Solarthermie grundsätzlich andere Förderregeln als für die Photovoltaik. Photovoltaik Anlagen werden wie in Deutschland über eine Einspeisevergütung gefördert, die in Österreich allerdings deutlich höher ausfällt. Für Anlagen mit einer Leistung zwischen 5 und 20 Kilowatt beträgt sie immerhin 38 Cent pro Kilowattstunde. Ein hoher Wert, der deutlich macht, warum die Photovoltaik bei privaten Bauherren großen Zuspruch findet. Attraktiv sind auch die Förderbedingungen für noch kleinere Anlage bis 5 Kilowatt. Hier wird ein einmaliger Zuschuss von 800 Euro pro Kilowatt Nennleistung gewährt, für gebäudeintegrierte Anlagen sogar 1.000 Euro. Demgegenüber bietet sich bei der Förderung der Solarthermie ein uneinheitliches Bild mit großen regionalen Unterschieden. Die Förderung des Bundes wurde so weit reduziert, dass nur noch einzelne Förderprogramme der Länder wirklich attraktiv sind. Das jedoch sind Ausnahmen. Schon beinahe kurios wirken beispielsweise die seit Anfang 2012 in Oberösterreich geltenden Förderbedingungen für Solarthermie Anlagen. Hier ist die Solarthermie Förderung als eine Art von Sozialleistung ausgestaltet, für die Einkommensobergrenzen gelten. Ein Zweipersonenhaushalt darf beispielsweise maximal 55.000 Euro pro Jahr verdienen, um eine Förderung beantragen zu können. Entsprechend aufwändig ist das Antragsverfahren, für das auch Einkommensnachweise, Steuerbescheide und Nachweise über Beiträge zu Sozialversicherungen erforderlich sind. Fast drängt sich der Eindruck auf, das Verfahren sei absichtlich abschreckend gestaltet worden. Zumal viele Besitzer größerer Häuser ohnehin an den Einkommensgrenzen scheitern werden.

Die Förderung auf Bundesebene

Wirklich einfach ist nur die Förderung über den Klimafonds, diese beträgt pauschal 400 Euro pro Anlage. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß die Anlage ist und ob sie ausschließlich der Warmwasserbereitung dient. Diese Förderung kann mit den Förderprogrammen der Länder kombiniert werden, was für die übrigen Fördermöglichkeiten nicht gilt. Bis zu 1.500 Euro pro Anlage können über das Förderprogramm „Sanierungsscheck“ beantragt werden. Dazu muss das Gebäude mindestens 20 Jahre alt sein. Diese Förderung setzt voraus, dass das Gebäude gut wärmegedämmt ist und sein jährlicher Heizwärmebedarf nicht höher als 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter ist. Eine Sonderregelung gilt für alte Gebäude, die diesen Wert weit übersteigen. Hier genügt es, wenn zusammen mit der Installation der Solarthermie Anlage eine Gebäudesanierung durchgeführt wird, die den Heizwärmebedarf um mindestens 20 Prozent senkt. Die Förderung über den Sanierungsscheck setzt darüber hinaus voraus, dass die Kollektorfläche mindestens 15 Quadratmeter beträgt und die Kollektoren Solar-Keymark geprüft sind. In jedem Fall können in Österreich aber die Kosten einer Solarthermie Anlage als Sonderausgaben steuerliche geltend gemacht werden.

Bildquelle: gswb

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