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Solarthermie Förderung in Großbritannien: Ein Beispiel für Deutschland?

Großbritannien geht bei der Förderung der Solarthermie neue Wege. Ähnlich wie für Photovoltaikanlagen soll ab dem nächsten Frühjahr eine Einspeisevergütung auch für Solarwärme gezahlt werden. Die genaue Höhe der Förderung wird noch bekannt gegeben, im Gespräch sind derzeit umgerechnet 22 Eurocent pro Kilowattstunde. Genauer sollte wohl von einer „ertragsabhängigen Förderung“ gesprochen werden, denn von einer tatsächlichen „Einspeisung“ kann zumindest bei der neu ins Auge gefassten Zielgruppe keine Rede sein. Primäre Adressaten des neuen Programms sind Privathaushalte ohne Gasanschluss, die ihren Wärmebedarf künftig umweltfreundlicher als mit Kohle decken sollen.

Förderung thermischer Großanlagen

Anders sieht es bei der bereits seit 2011 laufenden Förderung der solarthermischen Großanlagen aus. Dies gilt für Energieversorger, die ihre Solarwärme tatsächlich in öffentliche Netze einspeisen. Selbst diese Idee war schon äußerst ungewöhnlich und innovativ, aber mit der Einbeziehung privater Haushalte in die Förderung wird die britische Solarförderung zu einem weltweit einmaligen Projekt.

Zur Nachahmung empfohlen?

Dass die britische Solar Trade Association diesen Schritt begrüßt, dürfte sich von selbst verstehen. Ebenfalls selbstverständlich ist, dass der Bundesverband der Solarwirtschaft in Deutschland sich eine ähnliche Förderung wünscht. Die unterschiedliche Behandlung der Solarthermie und der Photovoltaik wird seitens des Verbandes schon länger kritisiert. Besitzer von Solarthermieanlagen müssen sich mit einer einmaligen Unterstützung bei der Anschaffung begnügen, während Photovoltaikanlagen über 20 Jahre gefördert werden. Schwierig wäre indes, eine konkrete Höhe der Förderung pro Kilowattstunde festzulegen.

Solarthermie vs. Photovoltaik

So sehr die Briten auch betonen, die 22 Cent pro Kilowattstunde sollen keinen Angriff auf die Photovoltaik darstellen – sie sind genau das! Solarthermieanlagen sind erheblich preiswerter als Photovoltaikanlagen und haben einen um ein Vielfaches höheren Wirkungsgrad. Eine Kilowattstunde Solarwärme verursacht also erheblich geringere Kosten als eine Kilowattstunde Solarstrom. Es kann mit Fug und Recht angezweifelt werden, ob Großbritannien dieses Förderprogramm auch beschlossen hätte, wenn das Land eine eigene große Photovoltaikbranche zu schützen hätte. Sicher ist richtig, dass eine ertragsabhängige Förderung der beste Weg ist, um einen Wettbewerb um die beste Technologie zu befördern. Um aber dabei die Photovoltaik nicht vollkommen auszubremsen, müsste die Förderung der Solarwärme in Deutschland wohl unter 5 Cent pro Kilowattstunde liegen, sofern die Einspeisevergütung für Solarstrom nicht erhöht wird.

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