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Dänemark verbietet Öl- und Gasheizungen im Neubau

Dänemark hat beim Umstieg auf erneuerbare Energien einen grundlegenden Schritt vollzogen. Seit Anfang des Jahres sind Öl- und Gasheizungen in Neubauten verboten. Ab 2016 ist auch der Austausch von Ölheizungen in Bestandsgebäuden untersagt, sofern Fernwärme oder Erdgas verfügbar ist.

CO2-Ziele in weiter Ferne

Dänemark befindet sich in einer eigenartig anmutenden Lage. Einerseits hat das Land den Ausbau erneuerbarer Energien so konsequent vorangetrieben wie kaum ein anderes europäisches Land. Zahlreiche Biogasanlagen wurden in den letzten Jahren in Betrieb genommen, die langen Küsten des Landes werden intensiv zur Erzeugung von Windstrom genutzt. Dennoch weist Dänemark einen hohen CO2-Ausstoß pro Kopf auf und ist noch weit davon entfernt, die verbindlichen CO2-Ziele der Europäischen Union zu erreichen. Das liegt primär daran, dass Atomkraftwerke schon frühzeitig verboten wurden und daher alles, was die erneuerbaren Energiequellen heute noch nicht schaffen, durch fossile Energieträger erzeugt werden muss. Mit dem jetzt in Kraft getretenen Gesetz wird der Ausbau erneuerbare Energien abermals forciert. Die Wärmeversorgung soll mittelfristig gänzlich ohne fossile Energieträger gelingen.

Auch Windstrom wird zur Quelle für Fernwärme

Neben Biomasseheizungen und Solarthermie Anlagen soll auch der überschüssige Anteil des Windstroms zur Wärmeversorgung eingesetzt werden. Zwar stellt sich bei der Umwandlung von Strom in Wärme immer die Frage der Effizienz, allzu hoch ist diese tatsächlich nicht. Aber wenn die Alternative darin besteht, die Leistung der Stromerzeuger in Zeiten eines Überangebots künstlich zu begrenzen, tritt dieses Problem in den Hintergrund.

Alles hängt zusammen

Dänemark ist auf einen solchen grundlegenden Schritt besser vorbereitet als Deutschland. Das liegt zunächst daran, dass die Energiewende dort nicht als Kostentreiber wahrgenommen wird. Die Einführung neuer Technologien kostet Geld, dessen ist man sich dort genauso bewusst wie hier in Deutschland. Die erste deutsche Energiewende bestand in der weitgehenden Umstellung der Stromversorgung auf Kernenergie. Diese wurde über das Steuersystem finanziert. Bezahlen mussten die Verbraucher diese ebenfalls, allerdings bekamen sie die Rechnung - anders als bei der jetzigen Energiewende - nie schwarz auf weiß ins Haus geschickt. In Dänemark schleppen die regenerativen Energien keine solche psychologische Vorbelastung mit sich herum. Zweitens sind der Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme besser auf derartige tiefgreifende Veränderungen vorbereitet. Es steht ein erheblicher Verlust von Arbeitsplätzen in der klassischen Energiebranche bevor, die in andere Bereiche verlagert werden. Dieser Prozess geht in Dänemark relativ geräuschlos vonstatten, weil die Arbeitnehmer gezielt für die neuen Jobs qualifiziert werden.

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http://www.ecoquent-positions.com/eilt-verbot-fuer-neue-oel-und-erdgashe...
http://www.energie-experten.org/experte/meldung-anzeigen/news/daenemark-...
http://www.energynet.de/2013/02/15/daenemark-heizkostenbremse/
 

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