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Solarthermie: Verbesserte Förderkonditionen führen zu deutlich gestiegener Nachfrage

Anfang dieses Jahres hat die Bundesregierung die Förderung für Solarthermieanlagen deutlich verbessert. Diese Maßnahme zeigte eine sehr schnelle und sehr deutliche Wirkung. In diesem Sommer stieg die Zahl der Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent an. In den Monaten Juni und Juli gingen dort insgesamt 5412 Anträge ein. Neben der verbesserten Förderung trug wahrscheinlich auch das gute Wetter zu diesem Anstieg bei. Vielleicht trug auch ein Ausweicheffekt von der Photovoltaik zur Solarthermie dazu bei. Offenbar verzichtet nicht jeder, der sich angesichts der stark gesunkenen Einspeisevergütung für Solarstrom gegen eine Photovoltaikanlage entscheidet, gänzlich auf den Einsatz erneuerbarer Energien.

Verbesserungen in allen Bereichen

Von den verbesserten Förderbedingungen für die Solarthermie profitiert jeder, der sich für eine neue Anlage oder eine Modernisierung einer bestehenden Anlage entscheidet. Die Basisförderung für kleinere Anlagen wurde von 1500 Euro auf 2000 Euro erhöht. Dies betrifft alle Anlagen mit Heizunterstützung. Bei einer Kollektorfläche von mehr als 14 Quadratmetern greift die flächenabhängige Förderung, die von 90 Euro auf 140 Euro pro Quadratmeter erhöht wurde. Neu ist, dass auch Anlagen gefördert werden, die nur der Warmwasserbereitung dienen. Für diese Anlagen beläuft sich die Förderung auf 50 Euro pro Quadratmeter, mindestens aber 500 Euro. Besonders gefördert werden kombinierte Maßnahmen, die zugleich die Effizienz der Heizung steigern. Für den Austausch eines alten Heizkessels gibt es beispielsweise 500 Euro zusätzlich. Förderfähig sind aber auch andere Maßnahmen, beispielsweise der Austausch von Heizkörpern oder erforderliche bauliche Maßnahmen im Heizungskeller. Bemerkenswert ist auch, dass für Anlagen zur Erzeugung industrieller Prozesswärme erstmals eine ertragsabhängige Förderung eingeführt wurde. Kurzfristig hat dies für Privathaushalte keine Auswirkungen. Mittelfristig können zukünftig aber auch Hausbesitzer davon profitieren, da die Hersteller sich verstärkt um eine Steigerung des Wirkungsgrades ihrer Anlagen bemühen werden. Verglichen mit der Photovoltaik hat sich technisch bei der Solarthermie in den letzten Jahren wenig getan. Das mag damit zusammenhängen, dass die staatliche Förderung unabhängig vom tatsächlichen Ertrag der Anlage war.

Keine einheitliche Strategie

Das Statistische Bundesamt meldet, dass 2014 schon in 38,7 Prozent der Neubauten eine Heizung installiert wurde, die überwiegende oder ausschließlich erneuerbare Energien nutzt. So erfreulich diese Zahl ist, sie birgt auch ein Problem. Diese Häuser fallen als Kunden für Fernwärmenetze ganz oder teilweise aus. Häufig scheitern kommunale Pläne für solarthermische Großanlagen daher an zu geringer Nachfrage, auch die Wärmenetze großer KWK-Anlagen werden wirtschaftlich unattraktiv, wenn die Kosten auf immer weniger Hausanschlüsse umgelegt werden müssen. Im Fall des Stromnetzes wurde gerade erst die Diskussion geführt, ob sich Selbstversorger mit Photovoltaikanlagen an den Kosten der zentralen Infrastruktur über eine EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch beteiligen sollen. Für die Wärmenetze könnte eine ähnliche Diskussion bevorstehen, wenn zentrale und dezentrale Lösungen weiterhin unkoordiniert parallel gefördert werden.

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