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Solarthermie profitiert: Neue Energie-Einspar-Verordnung ab 1. April 2016

Im April 2016 wird die Energie-Einspar-Verordnung deutlich verschärft. Der zulässige Primärenergiebedarf eines Neubaus sinkt durch diese Neuregelung um 25 Prozent. Die Energie-Einspar-Verordnung lässt Bauherren weitgehend freie Hand, wie sie dieses Ziel erreichen. Sehr konkret sind allerdings die Vorgaben hinsichtlich der Gebäudedämmung.

Die Wärmeverluste durch die Außenwände müssen ab 2016 um 20 Prozent niedriger sein als es die heutigen Mindeststandards vorschreiben. Im Wesentlichen wird also das heutige „KfW Effizienzhaus 70“ zum neuen Mindeststandard erklärt, die entsprechende Sonderförderung läuft damit aus. Im Gegenzug wird die Förderung für Effizienzhäuser angehoben, die noch höheren Standards genügen.

Welche Techniken werden profitieren?

Die erhöhten Anforderungen an die Wärmedämmung erfordern deutlich dickere Dämmplatten. Nicht zuletzt weil einige Dämmmaterialien für die Außendämmung aufgrund der Brandgefahr zunehmend kritisch gesehen werden, kommt alternativ die Verwendung von Leichtbeton als Baumaterial stark in Betracht. Mit einer Dichte von weniger als zwei Tonnen pro Kubikmeter ist er deutlich leichter als herkömmlicher Beton. Sein geringes Gewicht verdankt er seiner porösen Struktur. Diese weist den angenehmen Nebeneffekt auf, dass auch die Wärmeleitfähigkeit deutlich kleiner ist. Eine zusätzliche Dämmung ist daher oft nicht erforderlich. Zu den Gewinnern werden auch die Solarthermie, die Pelletheizungen und Wärmepumpen gehören. Da Solarthermieanlagen keinen Brennstoff benötigen, bleibt deren Wärme nach wie vor bei der Ermittlung des Primärenergiebedarfs unberücksichtigt. Auch bei der Pelletheizung ändert sich nichts, die von ihr erzeugte Wärme wird nach wie vor mit dem Faktor 0,2 gewichtet, trägt also nur zu 20 Prozent zum Primärenergiebedarf bei. (Zum Vergleich: Gas und Öl werden mit dem Faktor 1,1 gewichtet.) Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe wird künftig schwächer gewichtet, der Gewichtungsfaktor sinkt von 2,4 auf 1,8. Damit wird dem gestiegenen Anteil des Ökostroms an der Stromproduktion Rechnung getragen.

Für fossile Energieträger wird es eng

Die neuen Mindeststandards bedeuten auf jeden Fall das Aus für alte Gas- oder Ölkessel ohne Brennwerttechnologie. Aber auch fossile Brennwertkessel schaffen nach ersten Berechnungen die neuen Standards nur in Kombination mit einer Solarthermieanlage, und selbst dann muss mit sehr spitzer Feder gerechnet werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, kommen im Wesentlichen zwei Maßnahmen in Betracht. Eine Möglichkeit besteht in einer Wärmerückgewinnungsanlage, um die Wärme der Abluft zu nutzen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, bei der Gebäudedämmung die vorgeschriebenen Mindestanforderungen deutlich zu übertreffen.

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