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Solarthermie: "Anreizprogramm Energieeffizienz" gestartet

Die Umstellung des Gebäudebestands auf eine weitgehend klimaneutrale Wärmeversorgung ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen der Energiewende. Im Neubausegment hat sich der Gesetzgeber dazu entschlossen, mit der Energieeinsparverordnung zwingende Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz der Gebäude zu machen. Probleme bereiten dagegen die Bestandsgebäude. Hier lagen die Hoffnungen darauf, dass die hohen Heizkosten veralteter Heizungen die Gebäudebesitzer von der Notwendigkeit einer freiwilligen Modernisierung der Heizungsanlage überzeugen würden. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht, nach Aussagen der Bundesregierung werden jährlich nur etwas drei Prozent der veralteten Heizungen ausgetauscht. Angesichts des dramatisch gesunkenen Ölpreises ist die Bereitschaft sogar noch gesunken, in eine energieeffiziente neue Heizung zu investieren. Deswegen wurden mit Wirkung zum 01. Januar 2016 die bestehenden Förderprogramme um das „Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)“ erweitert.

Förderung kombinierter Maßnahmen

Das APEE ersetzt das bisherige Marktanreizprogramm nicht, sondern ergänzt es. Eine Förderung aus dem alten Marktanreizprogramm ist sogar Voraussetzung für die zusätzliche Förderung über das APEE. Wie schon bisher wird über das Marktanreizprogramm der Austausch einer alten Heizung gegen eine moderne Heizanlage mit einem Brennwertkessel, einer Wärmepumpe oder einem Pelletkessel gefördert. Die Voraussetzungen für die zusätzliche APEE-Förderung sind strenger. Fossile Brennwertheizungen werden hier nur gefördert, wenn sie mit einer Solarthermieanlage kombiniert werden. Ansonsten wird nur der komplette Umstieg auf erneuerbare Energien über das APEE gefördert. Zwingend vorausgesetzt wird darüber hinaus, dass dieser Umstieg mit anderen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz kombiniert wird. In den meisten Fällen wird sich hier eine Umstellung auf eine niedrigere Vorlauftemperatur anbieten. Die Förderung beläuft sich in diesem Fall auf 20 Prozent der bereits über das Marktanreizprogramm gewährten Förderung. Hinzu kommen 600 Euro als pauschaler Zuschuss für die zusätzlichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Wurde der Austausch eines alten Heizkessels bislang mit 3000 Euro gefördert, steigt die Förderung nun um 1200 Euro (20 Prozent + 600 Euro) auf 4200 Euro, wenn die Bedingungen des APEE erfüllt sind. Zu beachten ist allerdings, dass auch das Marktanreizprogramm schon einen Optimierungsbonus vorsieht. Dieser kann nicht mit der Förderung durch das APEE kombiniert werden.

Streitfall Brennwerttechnik

Obwohl fossile Brennwertkessel zweifelsohne eine erhebliche Energieeinsparung ermöglichen, ist ihre weitere Förderung umstritten, weil Wärmepumpen, Pelletkessel und Solarthermieanlagen längst einen völligen Verzicht auf fossile Heizungen ermöglichen. Der „Bundesverband BioEnergie e.V. “ (BBE) weist darauf hin, dass jede heute installierte fossile Heizung etwa 15 bis 20 Jahre in Betrieb bleiben wird und kritisiert, dass das Zeitalter der fossilen Heizungen somit unnötig verlängert werde. Die Praxis zeigt aber, dass die noch immer höheren Anschaffungskosten einer Pelletheizung viele Privathaushalte überfordern. Die Aussicht auf langfristige Einsparungen hilft wenig, wenn man sich die kurzfristigen Investitionen nicht leisten kann.

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