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FfE kritisiert ungleiche Solarförderung zwischen Photovoltaik und Solarthermie

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE) weist in einer aktuellen Pressemeldung erneut auf die ungleiche Förderung der Solarthermie und der Photovoltaik hin. Verbunden wird dies mit der Aufforderung an die Politik, die Förderbedingungen für Solarthermie Anlagen deutlich zu verbessern. Verwiesen wird darauf, dass 85 Prozent des privaten Energiebedarfs auf die Heizung und die Warmwasserbereitung entfallen, aber nur 15 Prozent auf den Stromverbrauch. Daher biete eine verstärkte Förderung der Solarthermie deutlich größere Einsparpotenziale beim Verbrauch fossiler Energieträger als die Photovoltaik Förderung.

Unterschiedliche Fördermodelle

Die Förderung der Photovoltaik erfolgt über die Einspeisevergütung, die während der ersten 20 Betriebsjahre einer Anlage kontinuierlich bezahlt wird. Demgegenüber wird eine Solarthermie Anlage bei der Anschaffung einmalig gefördert. Nach der Berechnung der FfE summiert sich die Photovoltaik Förderung für typische Privatanlagen auf 435 Euro pro Quadratmeter Modulfläche, während die Solarthermie nur mit 120 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche gefördert wird. Zu beachten sei, dass der Betreiber einer Photovoltaik Anlage als Gegenleistung für die Einspeisevergütung den erzeugten Strom dem Netzbetreiber zur Vermarktung überlasse. Daher sei der Börsenpreis für Strom von der Fördersumme im Abzug zu bringen. Dieser bewegt sich meist zwischen vier und fünf Cent pro Kilowattstunde.

Welcher Maßstab ist anzulegen?

Die FfE räumt ein, dass die Quadratmeterzahl ein wenig geeigneter Maßstab ist, um die Solarförderung zu vergleichen. Aufgebracht wird die Förderung vom Steuerzahler beziehungsweise Stromkunden, für den viel interessanter ist, welche Gegenleistung er dafür erhält. Wie viele Quadratmeter Dachfläche dafür erforderlich sind, interessiert ihn weniger. Naheliegend wäre es, die Förderung auf die gewonnene Energiemenge zu beziehen, also den Förderbetrag pro erzeugter Kilowattstunde zu bestimmen. Hier träte das Missverhältnis zwischen beiden Fördersystemen noch deutlicher zutage, da der Wirkungsgrad einer Solarthermie Anlage rund dreimal höher als der einer Photovoltaik Anlage ist, also erheblich mehr Energie erzeugt wird. Diese Betrachtung ließe allerdings außer Acht, dass Strom die – in einem zunächst noch sehr unbestimmten Wortsinn – „höherwertige“ Energieform ist. Wie aber kann dieses „höherwertig“ in konkrete Zahlen gefasst werden?

Primärenergieeinsparung alsBemesseungsgrundlage

Sinnvoll erscheint zu diesem Zweck die Berechnung, wie viel Primärenergie durch den selbst erzeugten Strom beziehungsweise die selbst erzeugte Wärme eingespart wird. Gemeint ist damit eigentlich die Menge an Öl, Gas oder Kohle, die eingespart wird. Angegeben wird üblicherweise das Energieäquivalent, also die Menge an Energie, die aus dem eingesparten Brennstoff gewonnen werden kann. Gemäß der Berechnungen der FfE wird die Solarthermie mit 1,7 Cent pro Kilowattstunde eingesparter Primärenergie gefördert, die Photovoltaik mit 5,4 Cent. Dieser Wert kann auch direkt in eine Fördersumme pro eingesparter Tonne CO2 umgerechnet werden. Hier kommt die Solarthermie auf 75 Euro, die Photovoltaik auf 250 Euro.

Bildquelle: Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V.

 

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