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Solarthermie: In naher Zukunft wichtige Rolle in der Fernwärme

Die Solarthermie ist technisch bereits heute in der Lage, eine zentrale Rolle in der Fernwärmeversorgung zu spielen. Die Integration zentraler Großanlage in bestehende Fernwärmenetze ist sogar deutlich einfacher als die Integration von Photovoltaikkraftwerken in Stromnetze. Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass Wärme einfach gespeichert werden kann. Vollkommen problemlos ist es, die am Tag erzeugte Wärme in den Abendstunden zu verbrauchen. Realisierbar sind heute aber sogar saisonale unterirdische Speicher, die Wärme über mehrere Wochen speichern können. Mehrere europäische Staaten haben die Fernwärmeerzeugung mittels der Solarthermie als Möglichkeit entdeckt, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen. In Deutschland wird seit diesem Jahr beispielsweise der Anschluss einer Solarthermieanlage an das Fernwärmenetz durch eine zusätzliche Förderung honoriert. In anderen Ländern wurden inzwischen mehrere Großprojekte gestartet.

Forcierter Ausbau in Dänemark

Noch klingen die Zahlen aus Dänemark eher bescheiden. Mit einer Gesamtkapazität von 400 Megawatt trug die Solarthermie in Vorjahr nur ein Prozent zu gesamten Fernwärmeerzeugung bei. Dieser Anteil soll bis 2030 auf 15 Prozent steigen. Unrealistisch ist dieses Ziel auf keinen Fall, für 2015 und 2016 wird jeweils ein Zubau von 150 Megawatt prognostiziert. Der Ausbau der Solarthermie ist Teil der Strategie, bis 2035 die Strom- und Wärmeproduktion vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Anders als Deutschland setzt Dänemark dabei nicht auf umfangreiche Förderprogramme, sondern auf eine hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe. Eine Megawattstunde Solarwärme kostet derzeit in Dänemark rund 45 Euro. Wegen der hohen Steuern auf Erdgas ist die Solarthermie damit bereits heute wettbewerbsfähig.

Österreich holt auf

Im letzten Jahr erlitten die Photovoltaik, die Biomassen-Kraftwerke und die Solarthermie in Österreich wegen des niedrigen Ölpreises empfindliche Einbußen, nur die Windkraft war mit einem Zubau von mehr als 400 Megawatt noch einigermaßen erfolgreich. Mit einer Steigerung der Forschungsförderung im Bereich der erneuerbaren Energien um 15 Prozent soll dieser Abwärtstrend gestoppt werden. Davon profitiert auch die Solarthermie, erste Erfolge sind bereits sichtbar. Während die Hauptstadt Wien auf dezentrale Kleinanlagen setzt, ist in Graz der Bau einer Großanlage mit einer Kollektorfläche von 500.000 Quadratmetern geplant, die 20 Prozent des Fernwärmebedarfs decken soll.

Keine einheitliche Strategie in Deutschland

In Deutschland stoßen solarthermische Großanlagen zur Fernwärmeversorgung noch immer auf erhebliche wirtschaftliche Probleme, weil zu wenig Interesse an Anschlüssen an das Fernwärmenetz besteht. Dafür gibt es mehrere Gründe. An erster Stelle ist der schlecht gedämmte Bestand an älteren Gebäuden zu nennen. Häuser mit unzureichender Wärmedämmung benötigen eine hohe Fernwärmetemperatur, während Solarthermie Fernwärmenetze bei niedrigeren Temperaturen arbeiten. Auch im Neubaubereich ist die Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen relativ niedrig, weil viele Bauherren auf eine autarke Wärmeversorgung setzen. Das gescheiterte Projekt in Unterwössen (Link) dürfte in mancher Hinsicht typisch für die Lage in Deutschland sein.

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