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Heizen mit Solarstrom?

Das Thema Heizen mit Strom ist in Deutschland prinzipiell negativ besetzt, weil Strom mit Atomstrom gleichgesetzt wird. Wie sieht es aber aus, wenn der zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung verwendete Strom direkt aus einer Photovoltaikanlage kommt? Volker Quaschning, seines Zeichens Professor für Regenerative Energien der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), plädiert für eine Neubewertung.

Auswirkung der Deckelung des Photovoltaik Zubaus durch die Bundesregierung

Quaschning argumentiert für seine Neubewertung vor allem mit der Deckelung des Photovoltaik Zubaus, im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) auf 52 Gigawatt, durch die gegenwärtige Bundesregierung. Wird dieser Deckel erreicht, dann rechnen sich für den Privatmann nur noch Photovoltaikanlagen mit einer Speichermöglichkeit für den erzeugten Strom. Da die Umwandlung in Wärme eine sehr einfache Speichermöglichkeit ist, bietet sich dieser Weg an, um der Industrie Wege zu eröffnen, weiterhin lukrative Photovoltaikanlagen für Verbraucher anzubieten.

Heizstab oder Wärmepumpe

Zwei grundsätzliche Möglichkeiten bieten sich an, den Strom aus Solaranlagen zur Heizung oder Warmwasserbereitung zu nutzen. Der Betrieb einer Wärmepumpe oder die direkte Erwärmung des Heiz- oder Brauchwassers durch einen Heizstab im Kessel oder im Brauchwasserspeicher. Beide Systeme sind durch unterschiedliche technische und ökonomische Eckdaten gekennzeichnet. Ein Heizstab lässt sich problemlos in eine bestehende Heizungsanlage integrieren oder in eine neue einplanen. Der Betrieb ist problemlos und einfach steuerbar. Einbau und Anschaffung sind preisgünstig. Bei einem Heizstab ist klar, dass es sich nur um eine zusätzliche Heizmöglichkeit zu einem anderen Heizsystem handelt. Eine Wärmepumpe ist ein technisch wesentlich komplizierteres Gerät, in Anschaffung und Einbau teuer. Beim Neubau einer Heizanlage ist es aber möglich, die Wärmepumpe als Komplettheizung zu betreiben, was eine völlig andere wirtschaftliche Betrachtung erfordert, als eine Zusatzheizung per Heizstab.

Das Kreuz mit dem Wirkungsgrad

Das größte Problem bei der Möglichkeit Solarstrom zur Heizung zu verwenden, ist der Wirkungsgrad. Der liegt bei einer Photovoltaikanlage nun einmal bei nur ca. 15 Prozent. Durch die Nutzung einer Wärmepumpe lässt sich diese Ausbeute verbessern aber auch damit erreicht man nicht die 50 oder 60 Prozent, die eine Solarthermieanlage schafft. Damit ist eigentlich klar, dass der Platz auf dem Dach besser für thermische Kollektoren genutzt wird, wenn das Thema Heizen im Vordergrund steht und eine ökonomische Betrachtungsweise zugrunde gelegt wird.

Fazit

Nach heutigem Stand der Technik und unter Einbeziehung der Förderkriterien rechnet sich eine Heizung oder Warmwasserbereitung über Solarstrom meist nicht. Nur in Spezialfällen, etwa bei schon bestehender Heizung per Wärmepumpe oder der Planung einer Komplettheizung mittels Wärmepumpe, kann der Einsatz von Solarstrom sinnvoll sein. Unbestritten ist dagegen, dass bei allen Photovoltaikanlagen, die mit der neuen Einspeisevergütung zum Eigenverbrauch verdammt sind, eine Nutzung des Betriebsstromes für die Heizung aus solarer Erzeugung Sinn macht. Das gilt aber gleichermaßen für alle Heizsysteme, egal ob man eine Solaranlage, Pelletheizung, Wärmepumpe oder ein Blockheizkraftwerk plant.

 

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