Solarer Deckungsgrad

Der solare Deckungsgrad gibt an, welcher Anteil der gesamten benötigten Energie durch eine Solarthermie Anlage geliefert wird. Für Anlagen, die ausschließlich der Warmwasserbereitung dienen, ist ein Deckungsgrad von etwa 50 Prozent typisch, für Anlagen mit Heizunterstützung ein deutlich niedrigerer Deckungsgrad. Höhere Deckungsgrade sind technisch möglich, erweisen sich aber fast immer als unwirtschaftlich.

Nutzungs- und Erzeugungsprofil von Solarwärme

Bei der Photovoltaik stellt sich das Problem in besonders deutlicher Form: Strom kann nur zu dem Zeitpunkt genutzt werden, zu dem er erzeugt wird. Die Wärme einer Solarthermie Anlage lässt sich einfacher Speichern als Strom, wodurch dieses Problem zwar entschärft, aber nicht vollständig beseitigt wird. Zeitliche Differenzen von einigen Stunden oder auch Tagen zwischen Wärmeerzeugung und ihrer Nutzung können durch Wärmespeicher überbrückt werden. Eine Solarthermie Anlage zur Warmwasserbereitung liefert im Sommer so auch nachts und an einzelnen Tagen ohne Sonnenschein Energie. Während dieser Zeit beträgt ihr solarer Deckungsgrad nahezu 100 Prozent. So unproblematisch der regelmäßige Wechsel zwischen Tag und Nacht ist, so problematisch ist hingegen der regelmäßige Wechsel zwischen Sommer und Winter.

Höhere solare Deckungsgrade rechnen sich nicht

Technisch ist dieses Problem lösbar, und das sogar auf zwei verschiedenen Wegen. Zunächst kann die Kollektorfläche so groß gewählt werden, dass selbst die geringe Wärmeausbeute im Winter ausreicht. (Natürlich nur, wenn entsprechende Flächen zur Verfügung stehen.) Das allerdings führt im Sommer zu einer immensen Überproduktion von Wärme. In anderen Worten: Ein Deckungsgrad von nahezu 100 Prozent ist nur um den Preis eines sehr niedrigen Nutzungsgrades zu erzielen. Eine derart überdimensionierte Anlage rechnet sich nicht. Die zweite Lösung bestünde in einem saisonalen Speicher, der Wärme für den gesamten Winter aufnehmen kann. Solche Speicher müssen natürlich sehr groß und sehr gut isoliert sein. Auch diese Lösung erweist sich als unwirtschaftlich, zudem fehlt meist der Platz für solche Speicher.

Anlagen mit Heizunterstützung

Das Nutzungsprofil ist hier ein anderes. Während der Warmwasserbedarf im ganzen Jahr ungefähr konstant ist, ist der Heizbedarf dann besonders hoch, wenn die Solarthermie Anlage wenig Wärme liefert. Daher ist der solare Deckungsgrad deutlich niedriger als bei Anlagen, die nur zur Warmwasserbereitung genutzt werden. Zu beachten ist auch, dass der solare Deckungsgrad allein wenig aussagekräftig ist. Die für die Höhe der Heizkosten entscheidende Größe ist der Primärenergiebedarf. Es sollte stets darauf geachtet werden, vorrangig die Maßnahmen durchzuführen, mit denen dieser möglichst effizient gesenkt werden kann. Das kann die Installation einer Solarthermie Anlage sein, es kann aber auch eine Gebäudedämmung oder eine Modernisierung der Heizung sein.

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